Chronik

Chronik des Schützenvereins Unternesselbach

Aus den Anfängen des Vereines fehlen leider schriftliche Unterlagen, die die Gründung und den Werdegang des Schützenvereines belegen würden. Als "Geburtsurkunde" gilt deshalb die am 9. Februar 1909 von Leonhardt Bögel gestiftete Erinnerungsscheibe zum
25-jährigen Jubiläum. Überliefert ist, dass unsere Vereinsgründer im Jahre 1884 so genannte Feuerschützen waren, die mit Vorderladern ihren Sport ausübten. 1904 wurde der Verein in Zimmerstutzenverein umbenannt. Als erste Schießstätte diente der hinter der Kirche liegende "Weidengraben". Letzter Schützenmeister vor dem zweiten Weltkrieg war Lorenz Müller.

Bereits im Jahre 1952 fanden sich Männer der ersten Stunde zusammen, um den Verein erneut ins Leben zu rufen.

Michael Müller übernahm das Amt des ersten Schützenmeisters. Der Schießbetrieb wurde mit der damals ausschließlich erlaubten Waffe, dem Luftgewehr, aufgenommen. Die Schießstände durften im Saale des Gasthauses Wick errichtet werden.

Richtungsweisend wurde schon 1956 mit dem Bau des seit diesem Zeitpunkt ortsbildprägenden Schießhauses am Fuße des Eulenberges begonnen. Das Grundstück hierfür stellten die Gemeinde und Güterwaldgenossenschaft kostenlos zur Verfügung.

1957 wechselte der Verein vom Schützengau Uffenheim zum neu gegründeten Schützengau Neustadt/Aisch über.

Nach 18jähriger Tätigkeit übergab am 10. Juli 1970 Michael Müller sein Amt an Willi Herbolzheimer. In Anerkennung seiner unvergesslichen Leistung wurde er zusammen mit dem langjährigen Kassier Leonhard Fehler zum Ehrenmitglied ernannt.

Ein weiterer Markstein in der Geschichte des Vereines war die Erweiterung des Schützenhauses mit Aufenthaltsräumen, zehn Luftgewehr- und 5 Pistolenständen im Jahre 1971. Insbesondere der Pistolenstand machte zu diesem Zeitpunkt den Verein weit über die Gaugrenzen hinaus bekannt und führte zu einem spürbaren Mitgliederzuwachs. Bemerkenswert war zu diesem Zeitpunkt, dass die Vereinsmeisterschaft in den Pistolendisziplinen gleichzeitig als Gaumeisterschaft und umgekehrt betrachtet werden konnte. Stammten doch tatsächlich bei einer Gaumeisterschaft alle Teilnehmer vom Schützenverein Unternesselbach.

Die Ehre, der Nachfolger von Willi Herbolzheimer nach 14 Jahren Amtszeit werden zu dürfen, wurde Siegfried Zehelein zuteil. Auf ihn und die Vereinsmitglieder wartete bereits die nächste große Aufgabe. Um eine Komfortsteigerung an den Schießständen zu erreichen, sollten anfänglich lediglich der Luftgewehrstand vollständig und in der gleichen Länge der Pistolenschießstand teilüberdacht werden. Der Schützenverein Unternesselbach e.V. war einer der letzten Vereine, die noch bei Wind und Wetter, bei Gluthitze und Eiseskälte ins Freie schossen. Doch leider entsprach die Teilüberdachung der Pistolenschießstände nicht den immissionschutzrechtlichen Vorschriften. Somit musste der bereits bestehende Bauplan neu gefasst werden. Diese Erweiterung machte letztlich einen Neubau der Schießstände erforderlich. Der Verein musste neu in die Planungsphase eintreten.

Doch zwischenzeitlich machte uns auch das fehlende Frischwasser Sorgen. Um den hohen Aufwand der Verlegung einer Wasserleitung zum Schützenhaus umgehen zu können, bohrten unsere Schützenbrüder Robert Guckenberger und Werner Langer in vielen Stunden einen Brunnen. Die Vereinsmitglieder freuten sich, als 1987 erstmals Wasser aus dem neuen Brunnen gepumpt werden konnte. Doch leider brachte er in Stoßzeiten nicht die erhoffte Leistung. Zudem sankt die Fördermenge noch ab, so dass der Brunnen trotz aller Bemühungen nicht mehr weiter betrieben werden konnte.

Noch kurz vor Baubeginn wurde im Sommer 1992 eine Fernwasserleitung mit einer Gesamtlänge von 520 m zum Schützenhaus verlegt. Die veranschlagten Kosten in Höhe von 40.000.-- DM, die bei einer kompletten Vergabe angefallen wären, konnten Dank der Mithilfe vieler Mitglieder auf 8.500,-- DM reduziert werden. Dies ist zudem bemerkenswert, weil eine Druckerhöhungsanlage zwischengeschaltet werden mußte.

Im Januar 1993 wurde mit dem Neubau der Schießstände begonnen. Die komplette Standanlage wurde abgebrochen und neu aufgebaut. Bereits im August 1994 konnte der Luftgewehr- und im August 1995 der Pistolenschießstand wieder in Betrieb genommen werden. Des weiteren wurden der Aufenthaltsraum und die Sanitäranlagen komplett renoviert. Die Einweihung des mit 423.000,-- DM veranschlagten Neubaues konnte im Juni 1998 erfolgen.

Seit 2003 hat der Schützenverein eine Bogensportgruppe integriert, welche im Sommer am Sportplatz neben dem Schützenhaus, im Winter im Pistolenstand trainiert.

Im Februar 2005 fanden Neuwahlen der Vorstandschaft statt. Siegfried Zehelein, der seit 1984 erster Schützenmeister war, gab sein Amt nach 21 Jahren an Richard Herbolzheimer ab.